Modem
Modem

Mit einem Modem werden digitale Daten durch Modulation eines analogen Signals über analoge Kommunikationsnetze (Telefonnetz, Kabel-TV), Standleitungen und per Funk übertragen. Am anderen Endpunkt der Kommunikation werden die digitalen Daten durch Demodulation aus dem analogen Signal wieder zurückgewonnen. Bei digitalen Anschlüssen (z.B. DSL) findet keine Wandlung mehr zwischen analogen und digitalen Signalen statt. Durchgesetzt hat sich der Begriff aber als Nachfolger analoger Modemtechnik bei der herkömmlichen Telefonleitung, da es sich in beiden Fällen um Netzabschlussgeräte handelt.

Demodulation: Demodulation ist die Wiedergewinnung der Information, die zuvor durch Modulation auf einen Träger aufmoduliert wurde. Bei der Demodulation werden der oder die informationstragenden Parameter (z. B. Frequenz, Phase, Amplitude, Tastverhältnis) des modulierten Trägers ausgewertet und zur weiteren Verarbeitung wiederum einer technischen Größe aufgeprägt (z. B. eine der Information proportionalen elektrischen Spannung oder einem binären Zahlenwert in der Digitaltechnik). Schaltungen zur Demodulation werden Demodulator genannt.

Modulation: Die Modulation beschreibt in der Nachrichtentechnik einen Vorgang, bei dem ein zu übertragndes Nutzsignal (Musik oder Sprache) ein sogenanntes Trägersignal verändert (moduliert) und damit die Übertragung des Nutzsignals über das Trägersignal möglich wird. Dabei vergrößert das Nutzsignal immer auch die Frequenzbandbreite des Trägersignals. Die Nachricht wird später empfangsseitig durch einen Demodulator wieder zurückgewonnen.
Das Trägersignal selbst ist bezüglich der übertragenen Nachricht ohne Bedeutung, es ist nur zur Anpassung an die physikalischen Eigenschaften des Übertragungskanals notwendig. Allerdings muss es bestimmte Bedingungen erfüllen, vor allem eine höhere Frequenz aufweisen als die höchste in der Nachricht vorkommende Frequenz.

Das ADSL Modem kostet ca. 35-100€ die maximale Geschwindigkeit beträgt 115,3 kbps.
Das Analog Modem kostet ca 1-30€ die Geschwindigkeit ist aber nur 56kpbs.

Geschichte des Modems
Ende der 50er Jahre kamen die ersten Modems in Amerika auf den Markt. Sündhaft teuer und mit der Fähigkeit ausgestattet, Daten mit der unglaublichen Geschwindigkeit von 300 Bits pro Sekunde zu transportieren.
Anfang der 80er Jahre, waren Akustikkoppler zu erschwinglichen Preisen - oder als Bausatz beim Elektronikladen - erhältlich. Vor allem in Deutschland bremste die damalige Bundespost die ersten DFÜ-Anhänger mit restriktiver Politik aus. Was nicht von der Post genehmigt war, durfte nicht an die Telefondose - was zahlreiche Leute aber nicht davon abhielt, mit selbst gebastelten Akustikkopplern in Mailboxen herumzusurfen…
Einen alternativen Weg zur Datenfernübertragung schlug 1983 der Computerclub des WDR ein: Während der Sendung lief der so genannte "Hard Bit Rock" - der Zuschauer nahm das Datenpfeifen mit einem Kassettenrecorder auf und spielte diese Daten später in den Rechner ein.
tetm selben Jahr erschienen die ersten Modems mit 300 und 1200 Bit/s, die unter dem V.21- bzw. V.22-Standard liefen.

1986 kamen zwei verschiedene Modem-Systeme auf den Markt, die - ähnlich wie bei der späteren Einführung der 56k-Modems - untereinander nicht kompatibel waren. Einheit kam erst wieder mit dem V.32bis-Standard, der für Übertragungsgeschwindigkeiten bis zu 14.400 Bit/s galt.

Eine Verdoppelung der Übertragungsgeschwindigkeit kam 1994 mit dem V.34 oder auch V.fast genannten Standard. Er definiert eine Vollduplex-Übertragung von 28.800 Bit/s.

Anfang 1997 brachten die konkurrierenden Modem-Hersteller Rockwell und US Robotics zwei Techniken namens K56flex und X2 heraus, mit der sich Internet-Verbindungen mit bis zu 56 kilobit/s aufbauen ließen.
Die Verfahren waren untereinander inkompatibel - der Modem-Kauf richtete sich vor allem danach, welches Verfahren der Internet-Provider unterstützte. So setzte etwa AOL zunächst auf X2 - die Kunden mussten ein entsprechendes Gerät für den neuen, schnellen Zugang wählen.
Weitere Verwirrung kam auf, als die ITU den neuen V.90-Modus absegnete: Drei Standards sorgten für reichlich Verwirrung und Ärger beim Käufer. Die Hersteller reagierten und boten sowohl K56flex- als auch X2-Modems mit Update-Möglichkeit auf V.90 an - den bis heute gültigen Standard für Analog-Modems.
Die Eckdaten von V.90:
- Daten aus dem Internet lassen sich mit maximal 56 kilobit/s herunterladen
- Der Upload von Daten ins Netz erfolgt mit maximal 33,6 kilobit/s
- Bei Direktverbindungen zwischen zwei V.90-Modems erfolgt die Verbindung im V.34-Modus, der Datenaustausch erfolgt mit bis zu 33,6 kilobit/s.

Die Neuigkeiten des Modem-Standards im Detail:
- Die maximal mögliche Datentransferrate vom Anwender zum Provider erhöht sich um 40 Prozent von 33,6 auf 48 kilobit/s. An der maximalen Transferrate von 56 kilobit pro Sekunde zwischen Provider und Surfer ändert sich nichts.
- Der mitunter langwierige Verbindungsaufbau (Handshake) zum Internet-Provider soll wesentlich schneller ablaufen, weniger als zehn Sekunden sind vorgesehen.
- V.92-Modems lassen sich auf "on-hold" schalten, wenn ein eingehender Anruf angezeigt wird. Voraussetzung für dieses Feature ist ein Telefonanschluss mit Anklopffunktion: Geht ein Anruf über die Telefonleitung ein, kann der Anwender die bestehende Verbindung zum Internet "parken" und den Anruf entgegennehmen. Nach dem Gespräch geht's dann ohne neue Einwahl weiter durchs Internet. Für Dauergespräche ist diese Methode allerdings weniger geeignet, da nach etwa zehn bis fünfzehn Minuten Inaktivität des Modems (je nach Provider) automatisch die Verbindung unterbrochen wird.
- Störungen im Datenaustausch zwischen den Modems soll das Protokoll V.59 minimieren und damit für höhere Transferraten sorgen.
benfalls neu ist der Kompressionsstandard V.44, der auf dem LZJH-Kompressionsalgorithmus der US-Firma Hughes Network Systems basiert. Er soll gegenüber dem bisherigen Standard V.42bis um bis zu 25 Prozent bessere Kompressionsraten ermöglichen. Relevant dürfte diese Geschwindigkeitssteigerung aber - wie bisher - nur bei unkomprimierten Daten sein.
Laut ITU sind mit dem neuen Kompressionsverfahren Datentransferraten um die 300 kbit/s möglich - vor allem grafisch und multimedial aufgepeppte Webseiten dürften sich schneller aufbauen. Die von der ITU genannten Angaben beziehen sich auf optimale Verbindungen: Sobald es ein wenig in der Telefonleitung rauscht, geht es wesentlich gemächlicher voran.
Erste Modems sollen im Herbst auf den Markt kommen. Laut Hersteller Elsa sollen sich bisherige V.90-Modems aus Hardwaregründen nicht über einen Firmware-Update aufrüsten lassen, ein Tauschangebot für bisherige Kunden ist in Planung.
Fazit: Interessant ist der neue Modemstandard vor allem für Anwender, die regelmäßig größere Datenmengen ins Netz stellen. Dauersurfer werden sich über die "on-hold"-Funktion freuen - vorausgesetzt, die Anklopf-Option ist auf dem Anschluss aktiv. Gelegenheitssurfer können beruhigt ihr bisheriges V.90-Gerät behalten.

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